#agile Groupies Coaching Circle Part 8:Psychologische Sicherheit - Der ideale Kontext für erfolgreiche Teams!

26.08.2020
Gabi Westerteiger
#agile Groupies Coaching Circle Part 8:Psychologische Sicherheit - Der ideale Kontext für erfolgreiche Teams!

Niemand macht gerne Fehler. Es ist ein natürlicher Prozess, dass erwachsene Menschen in der Arbeitswelt gut dastehen wollen. „Lieber kein Risiko eingehen, lieber keine Kritik einfahren, lieber Wegsehen – das ist eine gefährliche Situation, die zu Angst führt. Es ist das Gegenteil von einer Lernkultur", erklärte Dr. Martin Kempen, Coach und Supervisor in seiner Keynote (Link) zum Auftakt des 8. Agile Groupie Coaching Circle. „Teams arbeiten erfolgreich zusammen, wenn ein Klima der ‚psychologischen Sicherheit‘ herrscht." Und darum ging es in dem 4-Stündigen Barcamp, an dem 111 Kolleg*innen aus der gesamten Otto Group und Gäste am 08. August remote teilnahmen.

Besonders spannend fand ich die Erkenntnis von Martin Kempen, dass innovative, effiziente Teams eines gemeinsam haben: Es ist nicht primär die Zusammensetzung, sondern die Art, wie man miteinander umgeht. Der gemeinsam geteilte Glaube und die Erfahrung, dass keiner im Team gedemütigt wird, dass Fehler keine Konsequenzen nach sich ziehen, und dass etwas ausprobieren nicht peinlich ist, sondern Anklang findet. In high-performanten Teams bestimmt psychologische Sicherheit das Arbeitsklima. Es herrscht Vertrauen untereinander und eine klare Struktur. Jede*r weiß, was er*sie zu tun hat, es ist einfach, andere Mitglieder um Hilfe zu bitten und jede*r kennt die Wirkung seines*ihres Schaffens. Talente und Fähigkeiten werden geschätzt und Konflikte in einem auf Augenhöhe geführten Diskurs ausgetragen. Führungskräfte agieren authentisch, gestehen eigene Fehler ein und erzählen auch mal von ihren Fuck-ups. Martin Kempen beschreibt: „Wir dürfen nett zueinander sein, das bedeutet aber nicht, dass wir zu allem ‚Ja und Amen‘ sagen. Es gilt hier eine Atmosphäre entgegen der Komfortkultur zu schaffen, in der Lernen und Entwicklung möglich sind und wo der Leistungsgedanke im Vordergrund steht.“ Das erinnert mich an uns: Gemeinsam setzen wir Maßstäbe!

Am Ende seiner Keynote zieht Martin Kemper noch den Vergleich zu Heranwachsenden, indem er sagt, dass Kinder die Fähigkeit haben, über sich hinaus zu wachsen. Sie probieren aus, praktizieren die Kunst der Unfähigkeit. „Das fand ich sehr nachvollziehbar", erklärt Astrid Ritscher, Agile Coach bei OTTO und Mitorganisatorin des Coaching Circles. „Das suggeriert mir, dass ich lernen kann, mit Unfertigkeit – auch eine Form der Unsicherheit – umzugehen, sie auszuhalten. Es hilft, dass ich mich nicht nervös machen lasse, und damit reifer entscheiden kann."

So vielfältig die Empfindungen von psychologischer Sicherheit sind, so breit gefächert waren auch die Inhalte der acht Sessions des Barcamps. Von „Vertrauen, als Grundlage für Sicherheit", über „Produktives Scheitern", bis hin zum „Erfahrungsaustausch beim Entwickeln von Führungskräften, die eher noch eine Kultur der Angst pflegen" und der Frage, was agile Coaches an psychologischer Sicherheit brauchen, um gegen Widerstände zu agieren und den „Bad guy mit dem Spiegel" zu spielen. Hier zur Meeting.Board 

Einer der Mitorganisatoren und Sessiongeber Yves Stalgies war überrascht, wie groß das Interesse an der Session „Vertrauen" war. „Vertrauen ist eine der wesentlichen Grundlage für psychologische Sicherheit, so war die einhellige Meinung der Teilnehmenden. Dabei haben wir auch die Frage erörtert, wie man systematisch am Thema Vertrauen arbeiten kann. Denn es ist nicht damit getan, Vertrauen einfach einzufordern." Zum Beispiel Feedback-Methoden ausprobieren. Zuhören, zu seinem Wort stehen – „Walk the talk“ mit der Führungskraft.

Und welche Rolle spielt psychologische Sicherheit in einer Krise? In einer schwierigen Situation und in großen Veränderungsprozessen zeigt sich, welches Klima in einem Team herrscht. Wenn es vorher schon angstgeprägt war, so ist es in Zeiten des Social Distancing, nahezu unmöglich, das Klima zu ändern. In Krisenzeiten ist der informelle Austausch, das Zwischenmenschliche wichtiger denn je. Die Empfehlung vom Martin Kempen lautet hier: „Stelle offene Fragen, höre aufmerksam zu und fördere Autonomie. Die Teammitglieder fühlen sich so eingebunden, werden wirksam und entscheiden selbst. Es gilt gerade in der Krise, weniger auf das Ergebnis zu schauen, sondern stärker auf die Bemühungen der Mitarbeitenden einzugehen. " , sondern ihre Stärken zu fördern.

Eine Tradition des Coaching Circles ist es, am Ende des Workshops das Thema für den nächsten Circle auszuwählen. Die meisten Zusagen hat „Konfliktmanagement" erhalten und steht damit als nächstes Thema des Coachin Circles #9 fest. Wir freuen uns, dass sich spontan Michaela Homann (bonprix), Sabine  Kunigowski (OTTO), Stefan Fischer (ECE) und Helge Alexander Hinrichs (Hermes) bereit erklärt haben für uns den nächsten Coaching Circle zu organisieren. Termin und Inhalte folgen.

Eure agile Groupies

Zitat Werner Otto

Keynote Martin Kempen psychologische Sicherheit

Artefakte psychologische Sicherheit

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