6. #agileGroupie Coaching Circle: Kann eine Führungskraft gleichzeitig ein Coach sein?

02.12.2019
Gabi Westerteiger  und Meika Podewski
6. #agileGroupie Coaching Circle: Kann eine Führungskraft gleichzeitig ein Coach sein?

Die agile Community die #agileGroupies schafft Plattformen und Formate für gemeinsames Lernen und Wissenstransfer innerhalb der Otto Group, wie zum Beispiel der Coaching Circle. Diese rund vierstündige Veranstaltung für die Community und alle Interessenten hat sich mittlerweile etabliert. Und so trafen sich zur bereits sechsten Ausgabe des Circles rund 40 Kollegen*innen von Bonprix, ECE, EOS, Hanseatic Bank, Hermes Fulfillment, myToys, OTTO und Otto Group Holding am Campus in Hamburg. Dieses Mal drehte sich alles um die Fragen: Kann eine Führungskraft gleichzeitig ein Coach sein? Geht das überhaupt?

Der Circle war in drei Runden aufgeteilt, die die Teilnehmer*innen in à 40 Minuten durchlaufen konnten. In der ersten Runde machte in einer Session Conny Dethloff, aus dem Agile Center der Otto Group, den Auftakt mit seiner These, dass Führung und Coaching im Business-Kontext nicht passfähig und nicht vereinbar sind. Dazu entspannte sich eine hitzige und kontroverse Diskussion auf Augenhöhe. Denn auch die Meinung, dass ein People Lead beide Rollen vereint, wurde stark vertreten.

Stephan Potapski (OTTO) lud die Teilnehmer*innen in seiner Session - Wie kommt man von der üblichen Problemlösungshaltung zu einer menschenorientierten Entwicklungshaltung?- ein, THE COACHING HABIT kennenzulernen. Die meisten Führungskräfte haben in ihrer Laufbahn auch schon einige Coaching-Seminare besucht. Und die meisten davon ohne nachhaltige Wirkung – sowohl für sie selbst, als auch für ihre Mitarbeiter. Dafür gibt es nach Michael Bungay Stanier drei Gründe: die Coachings sind zu theoretisch, zu weit weg vom Alltag der Teilnehmer und von der Erkenntnis geprägt, dass Änderungen im Verhalten nicht einfach sind. Dabei ist Coaching nicht schwer. Die Essenz von Coaching ist, anderen zu helfen, ihr Potenzial zu entfesseln. Dazu gilt es, aus drei Gewohnheiten im Geschäftsalltag auszubrechen: (1) Abhängigkeiten kreieren, (2) zu viel Arbeit und (3) keine Verbindung zum Sinn der Arbeit.

Michael Bugala, Agile Coach von Beratung Judith Andresen, bot in der zweiten Runde eine Übung anhand des Reifegrad Modells nach Hersey & Blanchard an. Anhand der Übung konnte aufzeigt werden, dass es keinen Führungsstil gibt, der für alle Situationen und für alle Bedingungen der Beste ist. Nach diesem Modell soll die Führungskraft einen zum Reifegrad des Mitarbeiters passenden Führungsstil wählen. Mit zunehmendem Reifegrad nimmt die Aufgabenorientierung ab und die Beziehungsorientierung zu. Bei einer hohen Beziehungsorientierung rückt die Führungskraft nah an den Mitarbeiter ran.

Die letzte Runde bestand aus vier Sessions, die jeweils von unterschiedlichen Kollegen*innen inhaltlich geleitet wurden. Zum Beispiel sprach Katharina Simon über den Spagat zwischen Coaching Haltung und Verantwortung für die Performance und Franziska Harder (OTTO) stellte die Rolle des People Lead vor, der/die Führungskraft und Coach in einer Person ist. Inhaltlich konträr zu der These, dass Führung und Coaching im Business-Kontext nicht passfähig und nicht vereinbar sind.

Der sechste Coaching Circle hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig doch ein informeller Austausch zu Themen wie Führen im agilen Kontext sind. Klar wurde, es gibt Strukturen und Modelle zur Organisation von Teams, die aufgeschrieben klar klingen, kognitiv steckt viel mehr dahinter. Aber um es zu leben, sind bestimmt keine Superkräfte nötig.

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